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Pflegeheime in Bedrängnis – Jedes siebte Heim geht Pleite

Laut aktueller Immobilien Nachrichten könnte sich jedes siebte Pflegeheim in Deutschland in einer finanziell prekären Lage befinden. Die Gründe sind laut einer Studie von Ernst & Young unter anderem sanierungsbedürftige Immobilien und deren Einrichtung, Lohnkostensteigerung und mangelnde Managerkompetenz. Aus der Studie geht hervor, dass bis zum Jahr 2020 rund 1.750 der insgesamt 11.600 Heime betroffen sind. Diese würden vom Markt verschwinden, wobei ungefähr 4.300 neue Heime für 180.000 hinzukommende Pflegebedürftige. Wie steht es um die einzelnen Immobilien?

Schon im letzten Jahr mussten 56 Heime deutschlandweit Insolvenz anmelden. Ursache hierbei war meistens eine zu niedrige Belegungsquote, die sich aus mangelnder Attraktivität, zu viel Personal und fehlendem Geld für Bau- oder Umbaumaßnahmen entstand. In den kommenden Jahren soll sich die Lage zunehmend verschlechtern. Schwierigkeiten wird es in Zukunft vor allem für mittelständische Betriebe mit jeweils 2- 5 Heimen geben.

Eine Umfrage bei den Heimbetreibern hat ergeben, dass jeder dritte den Zustand seiner Immobilie als “eher schlecht” bzw. “eher schlecht” und “dringend” bzw. “teilweise” sanierungsbedürftig einstuft. Nur rund 33 Prozent betrachten ihre Immobilie als gut. Vor allem im Osten sehen die Betreiber den Zustand ihrer Häuser deutlich positiver als im Westen. Ausschlaggebend dafür ist die Tatsache, dass im Osten die meisten Pflegeheime erst nach der Wende entstanden sind, und somit keine Sanierung benötigen. Im Gegensatz dazu der Westen, in dem nur 44 Prozent der Betreiber den Zustand ihrer Immobilien als “gut” einstufen.

Immerhin plant jeder zweite Betreiber ihre Häuser in den nächsten Jahren zu renovieren, und sogar zu erweitern. Aus der Studie geht hervor, dass 2 Prozent der 11.600 Pflegeheime in Deutschland ersetzt werden müssen. Hochgerechnet auf 10 Jahre ergibt dies eine Anzahl von 2.300 Heimen. Die Investitionen in diesem Bereich werden auf 16,1 Milliarden Euro geschätzt.

Hinzu kommen weitere benötigte Plätze, damit auch in Zukunft jeder Pflegebedürftige einen Platz erhält. Hinauslaufen wird dies zum größten Teil auf das Bauen neuer Heime. Somit ” sind also 33,8 Milliarden Euro zu mobilisieren”, laut Lennart.

Dabei kommt die Frage auf, wie sich diese 33,8 Milliarden finanzieren lassen sollen. So existieren schon genügend Probleme in der Branche. Neben den maroden Immobilien kommen noch höhere Kosten für Personal hinzu, der sich aus dem verstärkten Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte ergibt. Hinzu kommt der Anstieg von Kosten in Bereichen wie Energie und Medizin. Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass nicht mit großen Gewinnen in der Branche zu rechnen ist, sondern eher jetzt schon zu viele wichtige Sachen zu kurz kommen. Somit ist zu erkennen, dass die finanzielle Prognosen für die nächsten Jahre eher negativ ausfällt.

Sollte es daher vermehrt zu Insolvenzen kommen, wird sich der Markt für Pflegeheime in eine ganz klare Richtung entwickeln, nämlich die der privaten. Experten sagen voraus, dass viele Privatunternehmen, Pflegeheime im Insolvenzverfahren, übernehmen werden. Diese besitzen dann wiederum auch das nötige Geld, um die einzelnen Immobilien zu renovieren. Jedoch steigen dadurch wiederum die Kosten der Verbraucher enorm. Die Zukunft wird zeigen was sie bringt, und in Wahrheit ist nur eines wirklich sicher: die Notwendigkeit von Pflegeheimen.

Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 05. Oktober 2011 um 17:08 Uhr veröffentlicht und wurde unter Allgemein abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.
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